Montag, 19. Dezember 2016

Ergebnisse zur Wahl des Studierendenparlaments - SDS Köln gewinnt einen Sitz dazu

Ergebnisse zur Wahl des Studierendenparlament - SDS Köln gewinnt einen Sitz dazu!

Danke an alle Wähler*innen, Genoss*innen, Freund*innen und Unterstützer*innen, dass ihr uns vertraut und gewählt habt! <3
Die neue Sitzverteilung sieht folgendermaßen:
Unabhängigen 12 (-5)
Juso HSG 12 (+2)
Campus:grün 9 (-1)
LHG 5 (+4)
SDS 4 (+1) 7,47 %
Campus Union 4 (-1)
Die Liste 2 (-)
HSG SoWi 2 (-)
Wendepunkt 1 (-)
Initiative neu Denken 0 (-)
Des Weiteren hat bei der Abstimmung, ob die SoWi-Studierenden sich repräsentiert fühlen ergeben, dass der Großteil es nicht tut. Wir haben im Bündnis für Fachschaftsfreiheit dafür plädiert eine SoWi Fachschaft zu gründen und freuen uns dementsprechend auf dieses Ergebnis.

Die Universität ist keine abgeschottete Insel, das weit entfernt von der Gesellschaft liegt. Sie ist Teil der Gesellschaft. Somit wird sie von der Gesellschaft und ihrer Situation beeinflusst - und umgekehrt! Wir sehen uns als ein Teil der gesellschaftspolitischen Linken, der sowohl an der Universität als auch in der Gesellschaft für eine solidarische und gerechte Welt kämpft!
Kommt vorbei! Werdet Teil der Bewegung! Jeden Montag um 19:30 im Seminargebäude S 25!
Wir freuen uns auf neue Gesichter!

Sonntag, 11. Dezember 2016

Wahlen - Liste 10 wählen!


Vom 12.12.-16.12. sind Wahlen an der Universität zu Köln. Wir kandidieren als Liste 10! 
Hier könnt ihr unsere Forderungen bei den Wahlen sehen. Falls ihr Fragen habt, schreibt uns eine Email an kontakt.sds.koeln@googlemail.com.

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Ausweitung alternativer Zugangswege an die Uni:
Die Universität hat zwar eine attraktive Innenstadtlage, leider ist die Anfahrt nicht von überall ohne Probleme möglich. Es braucht eine noch bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und eine bessere Versorgung mit Fahrradstellplätzen. Idealerweise brauchen wir auch eine „Fahrradautobahn“ durch Köln, welche die Fahrtzeiten verkürzt. Dafür möchte sich DieLinke.SDS stark machen.

Ausbau der Infrastruktur:
Die Universität zu Köln schmückt sich gerne mit ihrem Status als Exzellenz-Uni. Leider sind die Grundvoraussetzungen für ein freies und selbstbestimmtes Studium unzureichend. Es fehlt an Kita-Plätzen, Arbeitsplätzen, Literatur und Räumen. Hier muss sowohl auf universitärer als auch kommunaler Ebene für Verbesserungen gekämpft werden.

Garantiertes Recht auf den Master, gegen Maluspunkte und Dreierregel: Gegen Zwangsexmatrikulationen
Studierende sollten ihr Studium ohne Angst bewältigen können. Das braucht die Zeit, die es halt braucht. Insbesondere Studierende, die sich selbst finanzieren müssen oder bereits Eltern sind, brauchen nicht noch zusätzlichen Druck durch die Fakultät und sollten entlastet werden. Daher sollte die Regelstudienzeitbegrenzung abgeschafft werde.

Schaffung neuer Wohnheime (KStW) und Druck auf die Stadt:
Die Wohnsituation in Köln ist katastrophal. Hohe Mieten und viel zu hoher Andrang machen es schwer, eine Wohnung mit guter Anbindung oder gar in Uninähe zu einem bezahlbaren Preis zu finden. Wir wollen uns deshalb im Studierendenparlament und in der Kölner Kommunalpolitik weiterhin für die Schaffung von günstigem Wohnraum und den Ausbau der Wohnheime einsetzen.

Elternunabhängiges BAföG:
Viele Studierende leiden darunter, dass die Einkommensgrenzen für das BAföG sehr willkürlich gesetzt sind. Gerade bei Familien, bei denen mehrere Kinder gleichzeitig studieren, wird dies zum Problem. Deswegen ist es wichtig, dass es eine Förderung unabhängig von den bisherigen Einkommensgrenzen gibt, was auch Studierende unabhängiger in ihrer Studienwahl macht. Es kann außerdem nicht sein, dass die Vorgaben bezüglich der Regelstudienzeit so eng sind, dass viele Studierende daran scheitern. Die Wohnkostenpauschale soll an den Mietkosten angepasst werden. Abbau bürokratischer Hürden!

Gleiche Rechte für Studierende ohne deutschen Pass und Geflüchtete:
In einem europäischen Bildungsraum, den die völlig verfehlte Bologna-Reform schaffen wollte, muss gleiches Recht für alle gelten. Studierende der Uni sollten dieselben Rechte und Pflichten haben, was Arbeitserlaubnis, Teilnahme an Wahlen und weitere Unterscheidungen betrifft. Es sollte auch angesichts der großen Anzahl an internationalen Studierenden das Angebot der Sprachkurse erweitert werden.

Studium für Geflüchtete:
Angesichts der aktuellen Entwicklungen des Weltgeschehens, werden wohl noch viele Jahre Geflüchtete nach Deutschland kommen. Für sie sollten die Hochschulen geöffnet werden. Besonders diejenigen, die bereits in ihren Herkunftsländern ein Studium begonnen haben, sollten sich ohne große bürokratische Hürden einschreiben können. Außerdem soll ermöglicht werden mehr englische Kurse zu belegen und Deutschkurse freizugänglich sind.

Anerkennung von Bildungsabschlüssen aus dem Ausland:
Studierende, die im Ausland zur Schule gegangen sind oder studiert haben, haben oft Schwierigkeiten, ihre erworbenen Abschlüsse anerkennen zu lassen. Dies ist ein untragbarer Zustand, der dazu führt, dass man Zusatzkurse belegen muss oder gar bei Null anfangen muss. Dies dürfte für Studierende aus anderen Ländern, die in Deutschland studieren möchten, eine große Hürde sein, die unbedingt abgebaut werden muss. Für institutionelle Gängelung darf an der Universität zu Köln kein Platz sein.

Angemessene Bezahlung und Arbeitsbedingungen für Studierende und SHKs:
Immer wieder liest man von ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen bei Studierenden und SHKs. Das Gesetz zum Mindestlohn hat leider einige Lücken, weshalb anständige und zumutbare Arbeitsverhältnisse erkämpft werden müssen.

Für eine Aufwandsentschädigung im Praxissemester für Lehramtsstudierende:
Jedes Semester gehen hunderte Lehramtsstudierende aller Schulformen in das obligatorische Praxissemester. Dieses ist sehr zeitaufwändig und macht es schwierig, nebenbei noch den Lebensunterhalt zu verdienen. Wir fordern deshalb vom Schulministerium, dass das Praxissemester mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt wird, welche der Höhe der Besoldung des Bundesfreiwilligendienstes entsprechen sollte. Nur so kann man ganz einsinken in den Arbeitsalltag als Lehrkraft und in Ruhe und selbstbestimmt an der Aufgabe wachsen.

Umwandlung der befristeten Arbeitsverhältnisse in unbefristete, insbesondere für den Mittelbau:
Viele Akademiker*innen des Mittelbaus arbeiten in sehr prekären Beschäftigungsverhältnissen. Darunter leiden die Beschäftigten, weil sie jederzeit vor dem Nichts stehen könnten. Ebenso wirkt sich das aber auch für Studierende sehr negativ aus, weil diese keine Gewissheit darüber haben, ob ihre Dozent*innen auch in den nächsten Semestern noch da sein werden und die notwendigen Veranstaltungen überhaupt noch angeboten werden können.

Klare Prioritäten: Senat statt Hochschulrat:
Es sollte sich eigentlich völlig von selbst verstehen, dass eine Uni sich autonom selbstverwalten können muss. Leider ist die Realität, dass sie durch einen Hochschulrat gelenkt wird, der sich in erster Linie aus Professor*innen und Mitgliedern der Konzerne, die Drittmittel geben, zusammensetzt. Das ist undemokratisch, da dieses Gremium nicht durch Studierende und Beschäftigte der Uni gewählt wird und beeinflusst die Entscheidungen der Universität auch ideologisch, was das Prinzip der Freiheit der Wissenschaft ad absurdum führt.

Einführung der Viertelparität in allen gewählten Gremien
Eine Demokratisierung der Hochschule ist dringend erforderlich. Studierende sind als größte Gruppe an der Universität hoffnungslos unterrepräsentiert.

Für eine SoWi-Fachschaft an der WiSo!
Seit Jahren kämpfen engagierte SoWi-Studierende eine eigene Fachschaft an der WiSo. Wir sind Teil des Bündnisses für Fachschaftsfreiheit, bei der wir fordern eine eigene SoWi-Fachschaft zu gründen, die deutlich mehr kritische Wissenschaft und Veranstaltungen ermöglichen soll.

Frauenquote für Professuren und/oder in den Berufungskomissionen:
Nach wie vor werden Frauen bei der Vergabe der höchstdotierten Posten übergangen. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass in den Berufungskommissionen viele Männer sitzen, die statistisch gesehen Männer bevorzugen. Wir fordern eine weibliche Besetzung der Gleichstellungskommission, da gesellschaftliche Frauen nach wie vor unterdrückt werden und es keinen Sinn macht diesen Posten auch männlich zu besetzen. Außerdem fordern wir den Ausbau der Gender Studies in anderen Studiengängen. Dies ist ein untragbarer Zustand. Still <3-ing feminism!

Projektstudium, Notenfreiheit und selbstorganisierte Seminare mit Leistungsnachweis
Das Studium ist zu verschult. Dies wird von verschiedenen Seiten kritisiert. Studierende sollten dir Möglichkeit haben, eigene Projekte zu unternehmen oder gar eigene Module mitzugestalten, ohne dass bürokratische Hindernisse aufgebaut werden. Man würde dabei auch mehr mit dem Herzen lernen und sich intensiver mit den Studieninhalten auseinandersetzen. Dies zögen wir der stromlinienförmigen Punktejagd vor.

Zivilklausel:
In Zeiten des internationalen Säbelrasselns ist es umso wichtiger, dass sich öffentliche Hochschulen klar zum Frieden positionieren. Es kann nicht sein, dass die Öffentlichkeit der Waffenindustrie ihre neuesten Entwicklungen finanziert. Wissenschaft ist nicht dazu da, das Töten von Menschen zu erleichtern oder zur Selbstverständlichkeit zu machen. Forschung und Lehre sollten Menschen im Sinne des Gemeinwohls zur Mündigkeit ausbilden, was auch einschließt, dass die Ergebnisse von Lehre und Forschung dem Frieden, dem Zusammenleben und der Verbesserung der Lebensbedingungen dienen.

Stärkung der Tierrechte!
Das Essensangebot in der Mensa ist leider derzeit nur begrenzt vegan. Wir fordern deshalb, dass es veganes Essen zu jeder Tageszeit gibt. Zudem sind wir für ein Abschaffen der Sezierpflicht im Biostudium. Mögliche Alternativmethoden zu Tierversuchen sollen genutzt werden und die Forschung darauf intensiviert werden.

Für zusätzliche Unisex-Toiletten an der Uni:
Viele Menschen wollen sich nicht pauschal einer Seite des binären Geschlechtersystems zuordnen und sollten auch nicht dazu gezwungen werden. Wir fordern deshalb, dass die Uni auch Unisex-Toiletten schafft, die allen an der Universität offen stehen. Es sollen damit zusätzliche Toiletten bzw. welche umgestaltet werden. Herkömmliche Toiletten sollen allerdings auch weiterhin benutzbar bleiben. Mit dieser Forderung wollen wir Queer,- und Transfeindlichkeit bekämpfen. Zudem fordern wir die Ausfinanzierung der autonomen queeren Referate und eine Ausweitung der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie.

Rote Karte für Diskriminierung:
In einer Zeit, in der menschenfeindliche Einstellungen Hochkonjunktur haben, ist es wichtig, dass an der Universität kein Platz für Rassismus Rassismus in allen Erscheinungsformen, Sexismus und Feindschaft gegen alle Formen der Sexualität ist. Hier sollte die Uni eine aktivere Rolle einnehmen und es nicht großteils den Hochschulgruppen überlassen, diese zu bekämpfen. Diskriminierung geht uns alle an.

Für die Ausweitung der Barrierefreiheit!
Die Blindenleitsysteme müssen konsequent freigehalten werden und sogar ausgebaut werden. Darüber hinaus sollen die automatischen Türen besser instand gehalten werden. In vielen Fakultäten ist es noch sehr schwierig für Menschen mit Behinderung frei sich bewegen zu können. Daher muss die Barrierefreiheit ausgebaut werden.

Gegen jede Privatisierung, für die Offenlegung von Drittmitteln – Stop TTIP:
Eine öffentliche Hochschule sollte unabhängig von den Wünschen der Wirtschaft sein und dem Allgemeinwohl dienen. Nur so kann eine ideologisch unabhängige Bildung zur Mündigkeit erreicht werden. Zu viel Einseitigkeit führt zu ideologischer Blindheit und damit auch immer wieder zu politischen und gesellschaftlichen Fehlentscheidungen.
Eine weitere Gefahr sind die transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP und TISA), die unbedingt verhindert werden müssen. So könnten zum Beispiel private Hochschulen die Abschaffung der Studiengebühren in den meisten Bundesländern als Handelshemmnis anprangern und per privater Schiedsgerichte die Wiedereinführung einklagen.

Pluralere Lehre und Forschung:
Leider ist verstärkt zu beobachten, dass in der Wissenschaft neoliberale Dogmen den Pluralismus der Forschungsansätze verdrängen. Diese sind leider ideologisch verengt und zu sehr von der weißen Mehrheitsgesellschaft her gedacht. Nicht zuletzt werden auch verschiedene Geschlechteridentitäten und sexuelle Vielfalt zu wenig berücksichtigt. Der Wissenschaftsbetrieb muss sich in dieser Hinsicht modernisieren und auch alternative Forschungsansätze berücksichtigen. Auch muss deutlich mehr rassismuskritische Forschung betrieben werden. Dazu gehören auch postkoloniale Perspektiven.

Antifaschistische Strukturen an der Uni stärken:
In den letzten Jahren sind rechte Bewegungen wie Pegida oder HoGeSa immer stärker geworden. Es ist von daher unbedingt notwendig, an der Uni antirassistische und antifaschistische Kräfte weiter aufzubauen und den studentischen Protest zu organisieren. Man sollte darüber nachdenken, dem Antifa AK mehr Mittel zur Verfügung zu stellen und auch andere Gruppen finanziell zu Unterstützen.

Mehr kritische Wissenschaften!
Wenn wir dringend notwendige Problemlösung brauchen, müssen wir auch uns kritisch reflektieren können. Daher ist es wichtig an der Universität und in der Forschung kritische Wissenschaften auszubauen. Klassiker wie Marx, Adorno, Hall und Said in die Lehre! 

Kita – Plätze ausbauen
Studierende mit Kindern sollen entlastet werden. Daher brauchen wir mehr Kita Plätze und soll möglichst studierendenfreundlich ausgestaltet sein.

Ilias erhalten!
Für frei zugängliche Texte für Studierende!

Mitbeteiligung an Protesten gegen die Umweltzerstörung!
Projekte gegen Umweltzerstörung wie Hambacher Forst und Ende Gelände sollen unterstützt werden. Alternative Energieformen sollen mehr geforscht werden!






Geschlossen gegen die AfD #dankeantifa - Stellungnahme zu der erfolgreichen Gegenveranstaltung zum Auftritt vom AfD Abgeordneten Pretzell bei der Podiumsdiskussion der Kölner Studierendenzeitung am 6.12.16.

Nachdem in vielen Zeitungen, allen voran, dem Kölner Stadtanzeiger, eine völlig verzerrte Gruselversion der Ereignisse am 6.12 veröffentlicht wurden, sehen wir es als dringend notwendig eine Gegendarstellung zu veröffentlichen.

Vorab möchten wir uns bei allen Studierenden bedanken, die sich an den friedlichen Protesten gegen die AfD beteiligt haben. Eine Mobilisierung gegen das rassistische Gedankengut ist aus unserer Sicht notwendig. Die AfD sollte niemals einen Platz in der Universität bekommen.


Was im Vorfeld geschah
Für den 06. Dezember wurde von der "Kölner Studierendenzeitung" eine Podiumsdiskussion zu den Landtagswahlen 2017 organisiert. Hier sollten Abgeordnete der wichtigsten Parteien für diese Wahlen, unter anderem auch die AfD, die Möglichkeit bekommen, ihre Positionen darzulegen. Daraufhin schlossen sich verschiedene (Hochschul-)Gruppen zu einem Bündnis zusammen. Auf Wunsch vieler Studierender, mit denen das Bündnis in Kontakt stand, wurde im Vorhinein versucht, die Kölner Studierendenzeitung zu einer Ausladung des rassistischen AfD-Vertreters Pretzell zu bewegen, diese hielt aber an ihrer Entscheidung fest.
In einem Facebook-Kommentar vom 17. November 2016 nahm die "Kölner Studierendenzeitung" Stellung zu der geforderten Ausladung und stellte dar, dass es zwar auch innerhalb der Redaktion unterschiedliche Meinungen zu der Einladung der AfD gäbe, diese sich dennoch geschlossen entschloss, auch der AfD die Möglichkeit zu bieten sich zu äußern. Für das Bündnis war dies keine befriedigende Antwort, sodass es sich entschied, eine friedliche Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Universität zu Köln zu geben. An der Protestaktion vor der Universität beteiligten sich etwa 300 Studierende. Außerdem gab es Reden verschiedener Gruppen und es wurden rote Karten verteilt, die man in der anschließenden Podiumsdiskussion bei - zu erwartenden - rassistischen Ausrutschern Marcus Pretzells hochhalten wollte, um die eigene Unmut über seine Redebeiträge zu äußern.

Ja zur Podiumsdiskussion, nein zur Normalisierung der rassistischen AfD
Im Vorhinein hatten wir uns als Bündnis gegen eine Blockade entschieden. Ziel der Kundgebung und der Mobilisierung war es, Studierenden die Möglichkeit zu bieten, ihre Meinung friedlich über die AfD und Marcus Pretzell kundzutun.  Wir als SDS sind der festen Überzeugung, dass eine Podiumsdiskussion zu den Landtagswahlen in NRW ein wichtiges Instrument zur politischen Bildung darstellt. Gerade aus dieser Position heraus, ist es sehr Schade, dass sich die "Kölner Studierendenzeitung" mit dem Festhalten an Marcus Pretzell selbst ins Bein geschossen hat. Jedoch sollten menschenverachtenden Parteien kein Platz zur Hetze geboten werden. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass wir als SDS die Meinung vertraten, dass die Veranstaltung stattfinden, aber den rassistischen Äußerungen der AfD keine Bühne geboten wird.
Die Einladung der AfD führt zu einer Normalisierung der AfD und stellt sie auf eine Ebene mit anderen Parteien. Das alles obwohl In der AfD Nationalkonservativen mit Rechtsradikalen und Neofaschisten Hand in Hand arbeiten. An vielen Orten in Deutschland ist die AfD inzwischen sogar das Zentrum der extremen Rechten. Zum anderen wird der Diskurs, je öfter man der AfD eine Bühne bietet, von den Landtagswahlen immer mehr auf die AfD verschoben, sodass man kaum sich ernsthaft mit den Inhalten der anderen Parteien beschäftigen kann.

Ausschluss der AfD – Angriff auf Demokratie und Meinungsfreiheit?
Viele Menschen, auch im universitären Umfeld, argumentieren, dass es ein Angriff auf die Demokratie sei, eine Partei aus dem demokratischen Diskurs auszuschließen und dass man die AfD durch scharfsinnige Argumentation und kritische Nachfragen entlarven solle. Das wäre wunderbar, wenn es denn funktionieren würde. Der AfD wird überdurchschnittlich viel mediale Aufmerksamkeit zuteil. Zahlreiche Reden, Talkshowauftritte, Zeitungsartikel in denen die AfD wahnwitzige, rassistische Äußerungen tätigt. Die AfD provoziert bewusst mit ihren Aussagen, kreiert mediale Aufmerksamkeit durch skandalöse Statements und rudert dann teilweise zurück. Oder auch nicht. Was passiert? Es gibt zwei Tage einen Aufschrei, es wird diskutiert und argumentiert, aber im Endeffekt scheint es der AfD nichts anhaben zu können. Wir glauben nicht, dass dies am mangelnden Scharfsinn erfahrener Journalist*innen liegt und wir glauben nicht, dass es helfen wird, wenn man abermals versucht die AfD zu entlarven – dies aber letztlich nicht gelingt. 

Demokratie muss für alle sein
Auch ist es schön, wenn man nur auf einer abstrakten Ebene argumentiert. Da steht das Ideal der Demokratie vor uns, welches nun uns als Linken vorgeworfen wird, untergraben zu wollen. Nur weil die AfD demokratisch ihre Posten vergibt und nicht offen gegen die parlamentarische Demokratie ist, heißt es nicht, dass sie wirklich demokratisch ist. 
Demokratie bedeutet für uns Mitsprache für alle Menschen, abgesehen von ihrem Äußeren, Berufsstand, ihres Geschlechtes, ihrer Ability, und so weiter. Das möchte die AfD nicht. 
Konrad Adam diskutierte kürzlich öffentlich, ob nicht das Wahlrecht für Menschen, die nicht erwerbstätig sind, abgeschafft soll. Große Teile der AfD sehen Frauen an Heim und Herd und nicht im öffentlichen und somit politischen Leben und von Ausländer*innen müssen wir erst gar nicht anfangen. So will die AfD viele Menschen aus dem politischen Diskurs ausschließen. Das ist nicht demokratisch!

Die AfD und ihr Opfernarrativ
Vielfach wurde uns vorgeworfen, der AfD zu ermöglichen, sich jetzt als Opfer darzustellen. Das musste sie gar nicht, weil schon viele andere Menschen in Diskussionen in den sozialen Medien die Protestierenden zum Täter gemacht hatten und uns vorgeworfen wurde, die AfD mundtot machen zu wollen. Frei nach dem Motto "das werden die doch noch mal sagen dürfen." Besonders die Liberale Hochschulgruppe (LHG) bediente sich sehr rege dieser Argumentationsstrategie, und nahm die Demonstration zum Anlass, einen Antrag zur Auflösung des Antifa AK ans Studierendenparlament zu stellen. Dies ist nicht nur symbolisch ein falscher Schritt in Zeiten des Rechtsrucks, es ist schlicht brandgefährlich. 

Parteien müssen Alternativen bieten
Andere Parteien, Gruppen und politische Organisationen müssen dafür sorgen, dass es eine Alternative gibt. Sie müssen da ansetzen, wo Rassismus entsteht und ihn nicht noch schüren. Ein großer Punkt, den Wähler der AfD immer wieder nennen, ist die Machtlosigkeit und das Gefühl nicht an demokratischen Prozessen partizipieren können. Wenn Parteien wie zum Beispiel die SPD daraufhin systematisch eine klare Positionierung ihrer Mitgliederbasis gegen TTIP übergeht, dann trägt das nur zu einer Verfestigung dieses Gefühls bei. Daran müssen wir was ändern. Rassismus zulassen müssen wir deshalb trotzdem nicht. Wir sagen weiterhin: Nein zur AfD! Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung und wollen nicht zusehen, wie die Stimmung in diesem Land zunehmend umkippt und von Hass geprägt wird. Wir freuen uns, dass so viele Studierende mit uns aufgestanden sind und Zivilcourage gezeigt haben. #dankeantifa #dankestudis

Was Dienstagabend geschah oder auch „die Mär vom Bühnensturm“
Nach der Kundgebung auf dem Albertus sind wir mit Transpis, bunten Schildern und Trillerpfeifen mit etwa 300 Menschen ins Hauptgebäude gezogen und haben mit Parolen wie "Nationalismus raus aus den Köpfen" unseren Protest zum Ausdruck gebracht. Dass es sich um keine Blockade handeln konnte, wurde schon dadurch sichtbar, dass wir uns nur vor eine Tür gestellt haben und nun auf den Einlass warteten. Die Masse war absolut friedlich und hat die roten Karten gegen Rassismus hochgehalten, die wir im Vorhinein verteilt hatten. 

Absage der Veranstaltung schon vor Betreten des Saales klar
Nach einiger Zeit hieß es, man solle bitte die Jacken an der Garderobe abgeben, weil man sonst keinen Einlass erhalten würde. Dieser Bitte ist der Großteil der Demonstrierenden auch nachgekommen. Mittlerweile standen in etwa 400 Menschen vor der Tür und warteten auf Einlass. Wenig später, wir warteten immer noch, wurden wir von Özlem Alev Demirel, Landessprecherin der Linken, die extra angereist war um auf dem Podium zu sitzen und gemeinsam mit uns noch vor der Tür stand und auch nicht in den Saal gelassen wurde, informiert, die Veranstaltung sei abgesagt worden, weil es zu einer Rangelei gekommen sei. Nun hatte die private Sicherheitsfirma Bedenken geäußert und vorsorglich die Debatte abgesagt. Anders, als das Bild, das in den Medien gezeichnet wurde, verlief der Protest sehr friedlich. Es gab auch keinerlei Blockaden, die zu einer Absage der Veranstaltung führten. Einige Minuten später wurde tatsächlich von einem Mitarbeiter der Universität zu Köln verkündet, dass die Veranstaltung nicht stattfinden könne. Auch die Aussage, dass alle Abgeordneten unter Schutz aus dem Raum gebracht wurden, ist nicht haltbar. Özlem Alev Demirel, der der Eingang verwehrt wurde, setzte sich noch einige Minuten zu den Demonstranten und sprach mit ihnen.

Friedliche und erfolgreiche Kundgebung im Veranstaltungssaal
Etwa 10 Minuten nach der offiziellen Absage durch das Universitätspersonal, ließ die Universität alle vor der Tür stehenden in den Veranstaltungssaal eintreten mit den Worten: „Ihr dürft gerne hier noch weiter demonstrieren.“ Es waren also keine 50 "Autonome", die die Bühne stürmten; der Großteil der Demonstrierenden waren Studis der Universität, die den Rassismus der AfD nicht akzeptieren wollten. Unseren Schätzungen zufolge waren etwa 300 Studierende im Raum, die klatschten und lautstark protestierten. Weitere 50-100 standen noch draußen vor der Tür. Es gab nahezu keine Person, die unabhängig von der Gegenkundgebung gekommen war.
Unser Eindruck war, dass die Studierendenzeitung wenig Erfahrung mit solchen Formen des Protestes hat, und es aufgrund dessen Schwierigkeiten hatte, die Situation einzuschätzen. Auch können wir verstehen, dass es sich erst einmal bedrohlich anhört, wenn hunderte Menschen in einem hallenden Flur "Nein zur AfD" rufen. Die Sicherheitsbedenken, die geäußert worden sind, teilen wir jedoch in keiner Weise. Dies war ein friedlicher Protest, dem sich viele Menschen angeschlossen haben.

Für uns ist die Aktion ein großer Erfolg - wir konnten viele Studierende mobilisieren, die das rechte, rassistische Gedankengut der AfD nicht schweigend hinnehmen wollen und die schiere Masse an Menschen, die gegen die AfD waren, hat im Endeffekt zur Absage der Veranstaltung geführt. Das gibt Hoffnung, dass es doch noch viele Menschen gibt, die nicht so denken. Vielleicht sind sie nur nicht ganz so laut.

Samstag, 15. Oktober 2016

26.10: Führung durch die Kölner Südstadt. Köln im Nationalsozialismus

Köln im 3. Reich – Die Südstadt im Nationalsozialismus

Kommt mit uns durch eins der schönsten Stadtviertel Kölns, auf den Spuren des Nationalsozialismus. Von der Severinstorburg, dem damaligen Sitz der Hitlerjugend, geht es hinein in die kleinen Straßen der Südstadt. Wer lebt hier und wie standen die Menschen zu den Nationalsozialisten? War Köln eine Hochburg des Widerstandes?
Erfahren sie mehr über den Machtapparat der Partei vor dem ehemaligen Sitz der Gauleitung und über den kompromisslosen Terror, mit dem die Nationalsozialisten versuchten Kontrolle über die Menschen zu erlangen.
Schauen sie hinter die vielen Mythen und Legenden, die sich um das Leben im Köln dieser Zeit ranken. Nicht zuletzt die von Kölns liebstem Kind dem Karneval.

Anschließend geht's in die Kneipe Lotta!

Treffpunkt: Chlodwigplatz, 19 Uhr

Veranstaltung am 24.10.16: Einführung in den Marxismus


Die 2. Veranstaltung im neuen Semester: Einführung in den Marxismus. Ort: Raum S25, Seminargebäude, Universitätsstraße 37 50931 Köln
Zeit: 19:30


Dieser Workshop bietet einen Überblick über das Leben von Karl Marx sowie eine Einführung in seine Theorie und Methode.

Anschließend gehen wir etwas trinken.

Aktuelle Veranstaltung: Umweltzerstörung in Nigeria 18.10.2016

Wir freuen uns auf unsere erste Veranstaltung im neuen Semester zum Thema Umweltzerstörung in Nigeria. Wir treffen uns am 18.10 um 19:30 in S23 im Seminargebäude der Universität zu Köln.

+++Ökozid im Nigerdelta. Umweltzerstörung in Nigeria - ein Vortrag von Peter Donatus+++

Der Umwelt- und Menschenrechtsaktivist Peter Donatus ist vor 27 Jahren nach mehrmonatiger Isolationshaft aus Nigeria geflüchtet. Seither lebt er in Deutschlands. Als langjähriger Kritiker des Shell-Konzerns kämpft er seit mehr als drei Jahrzehnten gegen die Umweltverwüstung im Nigerdelta in Nigeria.

Mit beeindruckenden, aber auch bedrückenden Bildern verdeutlicht Peter Donatus die wahren Gründe für die Massenflucht insbesondere junger Menschen aus dem Nigerdelta in die nigerianischen Großstädte oder ins Ausland: das seit 1958 andauernde Ökodesaster und die Vernichtung von Lebensgrundlagen in dieser Region. Ein klassisches Beispiel, wie lobbymächtige westliche multinationale Konzerne durch ihre menschen- bzw. umweltverachtenden Geschäftspraktiken Flüchtlinge schaffen. Er fordert daher die Internationale Gemeinschaft dazu auf, den Ökozid zum fünften ,,Crime Against Peace'' völkerrechtlich zu erklären und fügt hinzu:,,Es ist unzutreffend, hier von Wirtschaftsflüchtlingen zu sprechen. Der Begriff an sich ist ein Unwort. Diese Ablenkungstaktik ist eine Diffamierung der Menschen, die fliehen mussten, weil z.B. ihre Lebensgrundlagen und ihre Umwelt überwiegend durch europäische Multis zerstört wurden.''

Freitag, 29. April 2016

Vortrag am 4.5.: Der türkisch-kurdische Konflikt




Dieser Vortrag beleuchtet die historischen Ursachen und aktuelle Entwicklungen des türkisch-kurdischen Konflikts.

Ort: Raum S12 (Seminargebäude an der Uni Köln)
Zeit: Mittwoch, 4.5., 19:30 Uhr